Endlich wieder einmal ein Sesshin, also eine längere Zeit Sitzen. Genauer gesagt von Dienstag bis Sonntag. Eine intensive Zeit mit unserer Zen-Lehrerin Renate stand bevor und wir freuten uns
darauf.
In der Regel kennen wir kaum jemanden von denen, die sich für das Sesshin zu einer Kurzzeit-Sangha zusammenfinden. Diesmal war es jedoch anders. Wir kannten ein paar aus den Zazenkai´s aus
Aschaffenburg (https://www.koerper-bewusst-sein.eu/). Um so mehr fühlten wir uns wieder angekommen, diesmal noch etwas intensiver.
Auf den Bendiktushof zu kommen, ist wie nach Hause kommen. Wir kennen nun die Abläufe am Hof in und auswendig, die tollen Mitarbeiter und genießen den tollen Ort jedesmal neu.
Die Gruppe war mit um die 20 Teilnehmer auf einem gesunden Niveau und es herrschte von Beginn an eine tolle Atmosphäre. Reden ist in einem Sesshin ja nicht angesagt (und das ist gut so!), aber
durch die gemeinsame Zeit und das Sitzen, Gehen, gemeinsame "Leiden" der körperlichen Gebrechlichkeit auf dem Kissen; ja, das erzeugt mitunter ein Gemeinschaftsgefühl.
Wir verbringen den Tag im Schweigen, Essen im Schweigen, putzen im Schweigen.
Thema von Renates Teishos waren die Ochsenbilder. Eine der wichtigsten Texte des Zen und eine der anschaulichsten. Bei uns liegen die Ochsen samt Literatur seit Jahren im Schrank oder hängen an der Wand. Nach diesem Sesshin werde ich sie mir auf jeden Fall noch einmal genauer betrachten.
Die Teishos über die Ochsenbilder waren etwas ganz besonderes und ich bin dankbar für diesen "Input".
Sonntags waren die Tage des Sesshins leider gezählt, und es ging auf das Abschlussritual zu. Wenn du so viele Tage mit den gleichen Menschen Zazen praktiziert hast, entsteht eine Energie, die ich nicht beschreiben kann. So etwas habe ich bis dato nur im Zen erlebt. Die Gassho-Runde zum Abschluss war etwas ganz besonderes und berührendes. So etwas bleibt hängen, genau wie die lieben "Zenisten". Einige sehen wir bestimmt bald wieder. Danke Renate, danke an die Sesshin-Sangha.
Normalerweise geht es nun wieder nach Hause. Nicht für uns, wir bleiben zum Glück noch etwas.
Um 16 Uhr stand wieder ein Highlight auf dem Plan. Im Gewölbe des Bendiktushofes gab es ein Konzert von Alexandra Kraus (Shakuhachi) und Rudolf Faber (Gong). Wir waren schon einmal bei den
beiden, es war einfach toll. Rudolf lebt am Hof und seine Passion sind die Gongs, sei es als Assistenz von Alexander Poraj, bei abendlichen Gongmeditationen oder jetzt einem Gongkonzert.
Alexandra Kraus ist Meisterin dieses besonderen Instruments, und gemeinsam mit den Gongs ist das eine sehr tolle Kombi. Mehr über Alexandra Kraus hier: https://alexandra-kraus.de/
Das Konzert war sehr schön, Alexandra Kraus ist dieses Jahr noch öfters am Hof, auch involviert in Veranstaltungen/Sesshins. Vielen Dank an euch zwei für diese tolle Stunde der Klänge.
Nun ging es fast nahtlos weiter zum Beginn des Teil 2 der Sitzgruppenleiterausbildung. Das etwas andere an dieser Veranstaltung: Wir kannten die, mit denen wir gleich zu Abend essen.
Um 17:50 Uhr war die Begrüßung im Speisesaal, im Anschluss das wie immer sehr leckere Abendessen. Schön, euch alle wieder zu sehen. Schon vor dem Abendessen fiel sich die schon angereiste Meute
zum "Klassentreffen" in die Arme. Es ist wie Zen: "Worte können es nicht beschreiben".
19:30 Uhr, das Programm startete mit einer Abfrage nach dem gegenseitigen Wohlbefinden und einem tollen Austausch im Stuhlkreis. Zum Ende des Abends wurde noch gemeinsam praktiziert.
Müde und Glücklich ging es dann ins Bett.
Im Laufe de nächsten zwei Tage gab es wieder viel Input von Renate, diesmal zum Thema, was wir alles für unsere Sitzgruppe benötigen. Einen Raum, Matten, Kissen, Versicherung?, einen Ablauf und
und und... Hier zeigte sich wer seine Hausaufgaben gemacht hatte 😀.
Zwischen den Input-Einheiten gab es immer noch Zeit zum Austausch und zum Sitzen.
Montag Abend ging es ins Troand, dem Bistro des Benediktushofs zum Austausch, zu unserer lieben Freundin Nicole (die gute Seele des Troand). Dort gab es in lockerer Runde bei einem Bierchen
und leckerem Wein einen tollen Austausch. Die SGL-Familie wuchs wieder ein Stück zusammen.
Etwas später als beim Sesshin, ging es nun wieder ins Bett. Aber oh Wunder, nach so vielen Tagen der stillen Praxis benötigt man auch weniger Schlaf...
Der Wecker klingelt um 05:15 Uhr und der letzte Tag startet. Wieder viel praktizieren am Morgen, in der Stille und tolle Vorträge, dann gab es schon wieder Mittagessen und wir mussten uns von allen verabschieden. Nicht gaaaaanz so schlimm, denn in knapp vier Wochen sehen wir uns wieder.
Ich finde das ist eine ganz tolle Gemeinschaft, unsere SGL-Gruppe. Man kann es nicht in Worte fassen. Wir freuen uns schon auf den letzten Teil der Ausbildung im Mai. Bis dahin arbeiten wir an unseren Hausaufgaben und schwelgen in Vorfreude auf die SGL-Sangha.


