Unser erstes Stiftungs-Symposium, "100 Jahre Willigis Jäger - zwischen Transformation und Revolution. Was gibt Orientierung?" Ein kleiner Erfahrungsbericht.
Da wir immer sehr zeitig am Hof eintreffen, haben wir genügend Zeit "anzukommen" und zu genießen. An diesem Freitag endeten einige Kurse und das bevorstehende Symposium belegt dann alleine den Benediktushof.
Die größte Neuerung für uns, die wir regelmäßig an diesem Ort der Stille sind, war, das gesprochen werden durfte. Lediglich bis nach dem Frühstück soll man im Schweigen sein, um den Nachklang der Morgenmeditation mitzunehmen.
Nachdem wir uns angemeldet hatten, unsere Namensschilder in Empfang nahmen und diese an unsere Kleidung steckten, bezogen wir unser Zimmer. Anschließend war noch genug Zeit für Buchhandlung und Hofladen. Wie immer fanden wir natürlich Bücher die mitmüssen und zwei Pack Müsli.
Um 17:50 Uhr ging es im Speisesaal West & im Troand los. Eine kurze Begrüßung von Alexander, gefolgt vom Abendessen. Wie schon geschrieben, das Nicht-Schweigen war zuerst sehr ungewohnt. Wir haben hier praktisch noch nie beim Essen geredet - schließlich soll man ja Essen, und nicht reden. Aber diesmal klappte beides auch teilweise gleichzeitig...
Abends startete das Programm, ein erster Vortrag mit musikalischer Begleitung im Zendo, in dem das ganze Wochenende die Vorträge & Impulse stattfanden.
Ich möchte hier nicht das ganze Programm, was sehr gut zusammengestellt war "herunterbeten", das kann man nachlesen bzw. auf YouTube nachschauen.
Mir sind die Erlebnisse wichtig, die ich während der Tage dort aufgenommen habe. Das sind zum einen die vielen lieben und herzlichen Menschen. Sei es eine Frau, die ihren 95. Geburtstag dieses Jahr feiert und spontan eine Ansprache hält und als Dank der Gemeinschaft ein Geburtstagsständchen und viele Glückwünsche erhalt.
Oder Karolina, die mit über 80 Jahren ehrenamtlich und unentgeltlich Kraniche faltet und diese am Wochenende verkauft. Der Erlös geht zu 100% an die Willigis Jäger Stiftung. Viele ältere Wegbegleiter und Unterstützer von Willigis waren anwesend und man merkte wie sehr sie mit dem Hof verbunden sind und das Erbe weiter tragen. So auch die Generation Zukunft, die wesentlich an der Gestaltung des Symposiums mitwirkte. Toll das es euch gibt und ihr euch mit viel Engagement einbringt und gestaltet.
Ein eindrucksvoller Moment war auch die "Einweihung" der neuen Skulptur in Raum 200, gestaltet von Gisela Drescher, Zen-Meisterin der Linie. Sie hat schon viele schöne Kunstwerke in den Hof integriert.
Es ist toll, immer wieder an diesen Ort zu kommen und neuen Menschen zu begegnen. Aber auch immer wieder alte Bekannte zu treffen, sei es Fernand, der sich Sorgen macht, das wir auch etwas zu Essen bekommen oder Nicole vom Troand; wir kennen sie "real" erst seit gut 3 Jahren, aber gefühlt schon immer. Rudolf, der den Gongs wunderbare Töne entlockt und für uns ein Teil des Herzens des Hofes ist, gemeinsam mit den vielen anderen Menschen dort.
Der Benediktushof lebt durch diese Menschen und die Menschen leben durch ihn.
Bild links: Zengarten Benediktushof
Bild mitte: Kleines Zendo
Bild rechts: Brunnen am Benediktushof
