Was ist Zen, was ist Zazen ?
Zen ist keine Religion oder Philosophie.
Im Zen schauen wir auf das, was gerade ist. Die Gegenwart, das Sosein, den Augenblick.
Um Zen zu verstehen, müssen wir Zazen verstehen, und um Zazen zu verstehen,
müssen wir es erlebt haben.
Das Zen beruht auf den Einsichten von Shakyamuni Buddha, das es nichts gibt, was an sich und unabhängig oder getrennt von allem existiert. Alles ist Wechselwirkung.
Zazen ist die Essenz des Zen.
Das Sitzen in Stille ist unsere "Übung".
Dabei geht es nicht darum, den Geist zu beruhigen oder das Denken auszuschalten.
Es geht beim Zazen darum, ganz im Augenblick zu sein. So können wir bei regelmäßiger Übung einen genaueren Einblick in die Beschaffenheit der Wirklichkeit bekommen. Wir müssen uns nur auf die "Übung" einlassen.
Beim Sitzen in der Stille akzeptieren wir radikal alles, was auf uns einströmt. Gedanken, Gefühle, der juckende Zeh, die schmerzenden Knie (von vielen Sitzen), Geräusche und weiteres.
Wenn wir alle Gedanken akzeptieren und so annehmen wie sie sind, ob gut oder nicht, und keine Geschichte daraus machen, die wir dann selbst noch glauben, so lösen sich diese
Gedanken wieder auf.
Unser "ICH" spielt uns sehr oft etwas vor. Wir müssen stets wach sein um diese Täuschung zu erkennen.
Beim Zazen sind wir wach, sitzen in Stille bei leicht geöffneten Augen.
Unser Fokus liegt auf dem Atem, wir beeinflussen ihn nicht.
Auch beim Kinhin, dem meditativen Gehen, sind wir ganz beim Atem. Hier synchronisieren wir ihn mit unseren Schritten.
Das praktizieren in der Gruppe trägt jeden einzelnen, es entsteht eine enorme Energie, die jeden bei seiner "Übung", auf seinem "Zen-Weg" (den es gar nicht gibt....) unterstützt.
Wenn man einfach mal die Tatsache zulässt, das das Sitzen eine Form des verkörperten Augenblicks ist und außer dem nichts getan werden muss,
so ist man auf einem guten Weg, das Zen zu verstehen.
Rituale im Zen
helfen uns im Augenblick zu bleiben und unterstützen uns während unserer Praxis.
Gassho, die Verbeugung signalisiert, das wir ganz im Augenblick sind. Es wird beim Eintreten ins Zendo, sowie einmal vor dem Einnehmen des Platzes in dessen Richtung und anschließend
einmal in den Raum ausgeführt.
Auch vor und nach dem Zazen bzw. Kinhin wird ein Gassho ausgeführt.
Dies wird mittels Signal durch Tempelglocke oder
Schlaghölzer angezeigt.
Es gibt noch weitere Rituale, wie das gemeinsame Rezitieren von Texten, das Tönen oder Niederwerfungen. Diese finden aber vorwiegend bei Zazenkai´s oder Sesshins statt.
Wir nehmen den Augenblick, wie er sich gerade ereignet. Und so wie er ist, ist er gut.
Ihm ist nichts hinzuzufügen.
Du wirst merken, das dich diese Rituale unterstützen und du präsenter in
der Übung sein kannst.
Die Stille ist eine unfassbare Präsenz
Wir gleichen einer Schale,
die diese Stille empfängt,
bis auch die Schale vergeht,
und nur die Stille bleibt.
Sie war schon immer da!
- Willigis Jäger -
Das "Kleine Zendo" ist ein Ort der Stille.
Nach dem Betreten des Zendo bis zum Ende des Zazen-Abends sitzen und gehen wir in Stille.
Wir sind ganz präsent im hier und jetzt,
unser Atem kommt und geht,
ohne das wir ihn beeinflussen.
Gedanken kommen und gehen, nur festhalten sollten wir sie nicht. Es gibt nichts zu erreichen, wir Sitzen um zu Sitzen, und Gehen um zu Gehen.
Wir nehmen den Augenblick, wie er sich gerade ereignet. Und so wie er ist, ist er gut so. Ihm ist nichts hinzuzufügen.
